Spendeaufruf für das Gedächtnis der anarchistischen Bewegung - CIRA
Das C.I.R.A. in Lausanne ist als großes Archiv und kleine Forschungseinrichtung eines der Gedächtnisse der anarchistischen Bewegung. Es existiert seit über 50 Jahren - aktuell ist es in seiner Existenz gefährdet.
| SPENDENAUFRUF FÜR DAS CIRA Centre international de recherche sur l'anarchisme, Lausanne |
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Das CIRA ist eines der Gedächtnisse der anarchistischen Bewegung. Seit
fünfzig Jahren sammeln wir die Texte, welche die AnarchistInnen der
ganzen Welt schreiben. Wir archivieren diese und stellen sie den
Militanten, ForscherInnen und Neugierigen zur Verfügung. Die aktuelle
Sammlung ist bedeutend und umfasst fast 20'000 Bücher und Broschüren,
Hunderte Zeitschriftentitel (die ältesten von 1848), Filme und
persönliche Archive von Militanten (Korrespondenz etc.) -- und das in
mehr als zwanzig Sprachen!
Woher kommen wir?
Das Abenteuer des CIRA beginnt im Jahre 1957, als Pietro Ferrua, ein
italienischer Dienstverweigerer im Genfer Exil, die ersten Archive
sammelt: Bücher und Dokumente der Gruppe um "le Réveil" des Luigi
Bertoni. Er gründet in Genf das Internationale Forschungszentrum über
den Anarchismus (CIRA). Bis zu seiner Ausweisung im Jahre 1964 arbeitet
er mit Marie-Christine Mikhaïlo, welche die Bibliothek zusammen mit
ihrer Tochter Marianne Enckell übernimmt. Inzwischen haben sich die
Sammlungen vergrössert, die Kontakte vervielfältigt und Generationen von
BesucherInnen sind vorbei gekommen.
Seit der Gründung hat sich das CIRA das Ziel gesetzt, als Gedächtnis für
unsere Bewegung zu dienen, ohne sich in die Streitereien der grossen
Familie des internationalen Anarchismus einzumischen.
Dank der Grosszügigkeit von Marie-Christine, welche einen Teil ihres
Hauses zur Verfügung gestellt hatte, befindet sich die Bibliothek seit
17 Jahren in einem wunderschönen, alten, von hundertjährigen Zedern
umgebenen Haus in Lausanne.
Was machen wir?
Das CIRA sammelt die Wörter und Bilder der anarchistischen Bewegung,
sortiert und katalogisiert sie und gibt allen die Möglichkeit, sie zu
lesen und zu sehen. Der Katalog ist online verfügbar und jedes Jahr wird
ein Bulletin publiziert. Das CIRA organisiert auch Vorträge und
Ausstellungen über den Anarchismus in Lausanne und andernorts (wie z.B.
in Venedig 1984). Bibliographien und andere Forschungsinstrumente werden
erstellt, um den Zugang zu unserer Geschichte zu erleichtern.
Wie funktioniert das CIRA?
Es sind die AnarchistInnen der ganzen Welt, die das CIRA ermöglichen
-- durch die Bücher, Zeitschriften, Plakate, Filme etc. die sie uns
senden, und durch die jährlichen Mitgliederbeiträge der LeserInnen.
Einige GenossInnen helfen auch mit Gaben. Seit dem Anfang lebt das CIRA
von der politischen, sozialen und kulturellen Vielfalt der
anarchistischen Bewegung, und vor allem von der Notwendigkeit, die Worte
jener weiterzugeben, die für eine freie Welt gekämpft haben.
Die aktuelle Situation:
Das Haus, in welchem sich das CIRA befindet, gehörte Marie-Christine
Mikhaïlo, die vor zwei Jahren verstorben ist. Jetzt muss das Grundstück
den anderen Erben abgekauft werden, damit wir bleiben können. Das
heisst, wir müssen mindestens 150'000 Franken sammeln, damit neben dem
Hausteil auch das Grundstück Eigentum des CIRA wird.
Sonst müssen wir...
hier weg und die Kontinuität unserer Arbeit ist in Gefahr, weil es
schwierig ist, ein bezahlbares Lokal für eine anarchistische Bibliothek
zu finden, in welchem wir mehr machen können als den wachsenden
Staubschichten zuzuschauen.
Was brauchen wir?
Wir wenden uns an alle Kollektive, Gruppen, Organisationen, Kooperativen
etc. der weltweiten anarchistischen Bewegung, ihren Beitrag zur
Erhaltung eines wichtigen Teils ihres Gedächtnisses zu leisten. Wir
brauchen, was die AnarchistInnen immer am Besten konnten:
Aktion! Und dass alle die unerschöpfliche Ressource jener Leute
mobilisieren, welche die Welt verändern wollen: Die Fantasie. Wir zählen
auf die Vervielfältigung der Initiativen überall, wo es möglich ist,
etwas Geld zusammenzuklauben.
Was ihr für das CIRA machen könnt:
Alles mögliche! Eine VoKü (unten das berühmte Rezept des CIRA für ,Penne
alla Bakunin'), Soli-Partys, Konzerte, Veranstaltungen, Vorträge,
Flohmärkte oder klassische Spendensammlungen -- und vor allem diesen
Aufruf in euren Zusammenhängen, Gruppen und Freundeskreisen kursieren
lassen.
Falls ihr einen Ort habt und etwas organisieren wollt, lasst es uns
wissen. Wenn ihr jemanden braucht, der/die das CIRA vorstellen kann,
ebenfalls. Wir können euch auch Informations- und Ausstellungsmaterial
sowie Filme über das CIRA und die Geschichte des Anarchismus zur
Verfügung stellen. Falls ihr Musik, Theater oder andere Künste macht und
Lust habt dem CIRA etwas Zeit zu widmen, aber nicht wisst wo und mit
wem, meldet euch und wir setzen euch mit anderen GenossInnen in Verbindung.
Das Ziel ist nicht nur Geld zu sammeln, sondern auch das Kontaktnetz um
das CIRA zu verstärken und lebendiger zu machen.
Selbstverständlich sind auch individuelle und kollektive Spenden willkommen!
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Für die Schweiz: Postkonto PC 12-17750-1 CIRA, Beaumont 24, CH-1012 Lausanne (+41) (0)21 652 48 19 - www.anarca-bolo.ch/cira - mail: cira(aet)plusloin.org |
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* Rezept für ,Penne alla Bakunin' (für 10 Personen)
1.5 kg libertäre Pasta
1 kg Tomatensauce oder Pelati Malatesta
2 grosse Zwiebeln für Kapitalistentränen Kaltgepresstes antiklerikales
Olivenöl
2 Bonnot-Peperoncini
anaRahm (so viel wie nötig)
No-global Parmesan (gerieben)
1 kleines Glas Wodka Mackhnovich
Und wie immer: Salz und Pfeffer!
Die feingehackten Zwiebeln und Peperoncini im Olivenöl gut andünsten.
Die Tomaten zugeben, salzen und pfeffern und ca. eine halbe Stunde
köcheln lassen. Gelegentlich aufrühren. Rahm und Wodka kurz vor der
Revolution zugeben. Pasta in gesalzenem Wasser (mehr als 5 Liter) ,al
dente' kochen (nicht mehr als 10 Minuten), abtropfen und mit der Sauce
mischen. Parmesan mit Freiheit zugeben. Mit gutem schwarz/rotem Wein
geniessen!

