Öko - Anarchistisches Barrio auf dem Klima-Camp in Hamburg
Der Klimawandel ist eine nicht mehr abzustreitende Tatsache. Wir wollen nicht nur darüber reden, sondern etwas dagegen tun! Wege dazu möchten wir in dem Öko- Anarchistisches Barrio finden und ausprobieren.
Wir lehnen den herrschenden Klima-Diskurs ab, weil er sich
ausschließlich auf technische und systemimmanente Scheinlösungen
konzentriert und möchten diesem unsere Ideen eines herrschafts- und
hierarchiekritischen Zusammenlebens entgegenstellen. Wir wünschen uns
eine Bewegung, jenseits von Parteien und großen
Organisationen, die die Klimathematik nicht als Mittel zum Zweck für
ihre eigenen Interessen benutzt, sondern die die Überwindung der
herrschaftsförmigen Industriegesellschaft mit ihrem Wirtschaftssystem
als Vorraussetzung für wirklichen Klimaschutz begreift. Wir lehnen nicht
nur die Herrschaft von Menschen über Menschen, sondern auch von Menschen
über die Natur - dies verstehen wir als Basis von öko-anarchistischer
Klimapolitik, die viel Spielraum für Diskussionen bietet. Gerade diese
Sichtweise war auf den „Camps for Climate Action“ in England stark
vertreten. Die Dynamik von Teilen dieser Bewegung dient uns als
Inspiration für das Barrio auf dem Hamburger Camp und darüber hinaus.
Wir wollen mit Euch gemeinsam
• Alltagsalternativen für ein klima-neutrales und tiefgehendes
radikalökologisches Leben ausprobieren. Wie können wir mit einfachen
Mitteln mit Sonne duschen und kochen? Was machen wir mit unseren
Abfällen und Abwässern? Was bedeutet Elektrizität für unser Leben? Was
heißt für uns Lebensqualität?
• Konsum, Industrie und Technik kritisch betrachten, Alternativen
formulieren und umsetzen: Entfremdung durch Technik, tendenzielle
Herrschaftsförmigkeit von industriellen Produktionsprozessen,
Entwicklung und Fortschritt als moderne Religion und Instrument für
kulturelle Herrschaft, Ausbeutung des globalen Süden als Voraussetzung
von Technik und Industrie. Was wären eure Ansatzpunkte? Was können
Alltagsalternativen zu diesen Realitäten sein? Wie sieht die Praxis
eines technik- und industriekritischen Lebens aus? Welche Lösungsansätze
für den Klimwandel gibt es, angesichts dieser Kritik?
• Wissenshierarchien abbauen - durch D.I.Y. (Do-It-Yourself): Schon die
Vorbereitung des Barrios soll möglichst hirachiearm und „von unten“
erfolgen. Während des Camps sollen Selbstermächtigung / -befähigung und
nicht konsumierbare Events im Vordergrund stehen.
Das Barrio soll hier ein Ortdes Ausprobierens und Experimentieren sein:
• Mit selbstorganisierter Wissensvermittlung, hierachieabbauenden
Diskussions- und Entscheidungsmethoden,,… Unser Anspruch ist es, dass
sich alle TeilnehmerInnen gleichberechtigt unabhängig von politischer
Erfahrung an der Gestaltung des Barrios beteiligen können.. Keine großen
Podiumsdiskussionen, keine endlosen Plena, dafür lebendige
Diskussionsrunden und Workshops, in denen wir gemeinsam dazulernen.
• Selbstbestimmte vielfältige Aktionen gegen Klimawandel an den Start
bringen: Wir werden den TeilnehmerInnen kein vorgefertigtes Konzept für
eine Grossaktion vorsetzen. Stattdessen wollen wir uns befähigen, selbst
kreative und wirkungsvolle Aktionen zu entwickeln: Wir wollen uns
gegenseitig Wissen über Aktionskonzepte (Klettern, Blockadetürme bauen,
rebel clown army, verstecktes Theater, Fakes,…) vermitteln. Dafür wollen
wir auch einen Materialpool (Direct-Action Zelt) sammeln und zur
Verfügung stellen.
• Kreatives Kulturprogramm gestalten: Mit akustische Musik, Theater,
Puppen und Aktionsmaterial bauen,… Ihr seid eingeladen und gefragt, euch
hier mit eigenen Ideen einzubringen: Musiziert, Tanzt, macht Akrobatik,
spiel Theater, Organisiert JAM-Sessions, seit laut und leise und bringt
die Gitarre oder was auch immer ihr spielen könnt mit!
Wir verstehen uns als Ort, an dem auch Menschen willkommen sind, die
nicht unsere Ansichten teilen.Wir wünschen uns aber eine Bereitschaft
zur konstruktiven Diskussion und zur Hinterfragung der eigenen
Standpunkte, frei nach dem Motto: „Fragend schreiten wir voran“.
Tretet mit uns der Zerstörung von Menschen und ihrer Umwelt entgegen! In
Hamburg und überall!
Kontakt: barrio (ätt) klimacamp (punkt) org
oder schau ins Wiki: http://wiki.klimacamp.org.
Allgemeine Informationen zum
Klimacamp unter http://www.klimacamp.org
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